![]() |
Typografie und Layout im Desktop-Publishing Mehr als ein halbes Tausend Fachtermini und
-wörter |
| Stand: 10. 10. 2003 |
Jürgen F. Schopp Universität Tampere, Finnland Institut für Sprach- und Translationswissenschaften E-Mail: Kommentare und Vorschläge |
HINWEIS:
Das Glossar umfaßt rund 500 (erst z.T.
korrekturgelesene) Einträge, von denen
ca. 20 noch nicht bearbeitet sind.
Beachten Sie bitte, daß bestimmte
Sonderzeichen und Schriftbeispiele u.U.
auf Ihrem Bildschirm nicht
dargestellt werden.
Die Literaturhinweise beziehen sich auf die
Liste in http://www.uta.fi/~trjusc/literat.htm
Ich habe dem
Glossar ein neues typografisches Gewand gegeben. Eine
systematische
Überarbeitung nach der neuen Rechtschreibung muß auf
später verschoben werden.
Für die „Verlinkung“ der Verweise und
Hinweise auf Fehlendes möchte ich meinem ehemaligen
Kollegen Dr. Roland
Freihoff, Tampere, meinen herzlichen Dank aussprechen. Außerdem
danke
ich Herrn Markwart Lindenthal aus Kirchheim in Hessen für das
gründliche Korrekturlesen der
ersten Version. Die Verantwortung für
noch bestehende Fehler und Lücken trage ich selbst.
Neu aufgenommen,
aber noch nicht ausgearbeitet (*), neuer Artikel
(**),
ausführlich überarbeitet (++) bzw. leicht
ergänzt (+) bis zum 03. 07. 2003:
Abbreviatur
Abstand
Aldus
Manutius
Aldus
PageMaker
Alinea (a linea = von der Zeile)
Alphabetbreite (engl. alphabet
length)
Antiqua (dt. „Altschrift“, engl. ®Roman)
Apostroph
ASCII-Code
Auf Höhe der Oberlänge stehendes,
kommaförmiges Zeichen. Dient im
Deutschen als Auslassungszeichen
für einen oder mehrere Buchstaben
und zur Markierung des Genitivs
von Namen, die auf s, ss, ß, tz, z, x
enden und kein Artikelwort
bei sich haben. Innerhalb eines Wortes ohne
Zwischenraum. Am
Wortende folgt etwas weniger Zwischenraum zum
nächsten Wort als
normal (Luidl 1989).
(= American
Standard Code for Information Interchange); 7-bit
Codierung
für 128 Zeichen, enthält nicht die europäischen
Sonder-
zeichen; diese sind durch den 8-bit-ASCII-Code
eingeschlossen,
allerdings länder- und
herstellerspezifisch, was bei Konvertierung
berücksichtigt werden muß; vgl.
®ANSI-Code.
Programm oder
DTP-Modul, das den Text (®Satz)
ästhetisch aufbereitet:
Unter- schneidung ®kritischer
Buchstabenverbindungen (®Kerning);
optischer
®Randausgleich bei Bindestrich,
Komma, Punkt und Anfüh-
rungszeichen sowie bei Initialbuchstaben; Abrücken
bestimmter Inter-
punktionen ( ; : ! ? ) vom
vorhergehenden Buchstaben. In den gängigen
DTP-Programmen
ist meist nur das ®Kerning
enthalten.
Typografisches Gestaltungsprinzip, bei dem einzelne
Textelemente bzw.
Textblöcke um den ®Balancepunkt
so in Gruppen angeordnet werden,
daß „Zwei-“ oder „Dreiklänge“
entstehen; ®anaxialer
Satz.
Ausbringen
(auch: Austreiben)
Die
Wortabstände einer Zeile so stark erweitern, daß eine weitere
Zeile
entsteht; Arbeitstechnik des Setzers in der
Bleisatzära zur Vermeidung
von ®Hurenkindern
und ®Schusterjungen;
vgl. ®Ausschließen.
Ausgang, Ausgangszeile
Letzte, mehr
oder weniger ausgefüllte Zeile eines ®Absatzes.
Wird in
bestimmten Positionen als ®Umbruchfehler
(®Hurenkind)
gewertet.
Ggs. ®Alinea.
Der Ausgang sollte in jedem Fall den ®Einzug
der
folgenden Zeile decken.
Die optische
Angleichung der Buchstabenzwischenräume vor allem beim
® Versalsatz
(für ®Qualitätssatz
aber auch bei Kleinbuchstaben in
größeren Schriftgraden),
die durch
unterschiedliche Buchstabenbreiten
und das Zusammentreffen von
Buchstaben mit und ohne ®Fleisch
(®kritische
Buchstabenverbindungen) notwendig ist. A. geschah
im
Bleisatz vor
allem nur durch ®Spationieren,
in seltenen Fällen auch durch
Unterschneiden (®Kerning).
Im DTP gibt es automatisch nur die Ver-
kleinerung durch
Kerning, was bei Versalsatz dazu führt, daß die ®Lauf-
weite
zu eng gesetzt ist. [Mehr
Information]
Auslassung
In der
Werkstattsprache des grafischen Gewerbes: beim Setzen
aus-
gelassenes Wort oder Zeile (®Leiche).
DTP-Terminus
für ®Satzart;
bezieht sich auf das Verhältnis der Zeilen
zueinander
und ihre Wirkung als Textblock. Sind alle Zeilen gleich
lang
und beginnen sie alle links an der gleichen Linie, spricht man
vom
®Blocksatz
(Luidl 1988: „Erzählform“); bei ungleich langen Zeilen
entstehen
die ®Flattersatzformen:
linksbündig
(Luidl: „Rhythmusform“;
„Versform“), rechtsbündig
(„Rhythmusform“),zentriert/mitte
(„Zier-
form“), asymmetrisch/frei. Außerdem nennt Luidl
noch als „Zierform“
®Blocksatz
zeilenversetzt.
Bei
gleichzeitigem Druck mehrerer Seiten die Anordnung in der
Druck-
form zum ®Druckbogen (Schöndruck u. Widerdruck),
damit danach
durch ®Falzen
des Bogens die richtige Reihenfolge entsteht.
Im Bleisatz
Arbeitsvorgang zum Erzielen gleichlanger Zeilen (®Blocksatz)
durch
gleichmäßige Vergrößerung bzw. Verringerung der
Wortzwischen-
räume, wobei der Buchstabencharakter (freier Raum, ®Punzen)
berücksichtigt
wurde; ®Ausgleichen,
®Austreiben.
Eine moderne
Spielart
im Computer ist z.T. das ®automatische
Letterspacing, das man auch
®
„Zeilensperren“
nennen könnte.
Im Bleisatz schriftbildloses Material (®Blindmaterial),
im Normalfall in der
Höhe von 54 Punkt, zum Füllen der Zeilen
(®Ausschließen), für Wort-
zwischenräume und zum ®Spationieren.
Ausschluß gab es als feine
®Spatien,
starke Spatien, Viertelgevierte, Drittelgevierte, ®Halbgevierte
und
®Gevierte
bzw. in 1, 1,5, 2, 3 und 4 Punkt sowie Halbgevierte
und
Gevierte.
Auszug
Baskerville
Black
Blindtext/Blindsatz
Blocksatz („ausgeschlossener Satz“)
Bodoni, Giambattista
Bodytext, Body Text
Im Ggs. zu ®Laufweite
und ®Alphabetbreite
die für einige ®Schrift-
schnitte
(extra schmal, schmal/condensed, breit, extra breit etc.)
in
Relation zum normalen Schnitt (Standard/Regular)
abweichende,
charakteristische horizontale Ausdehnung der
Buchstaben.
Compressed
Computer-to-plate (CtP)
Corporate Design
(en für
Unternehmensdarstellung)
Corporate
Identity (en
für Unternehmensidentität)
deleatur (lat. „tilgen“,
„herausnehmen“)
diakritische Zeichen
DIN
5008
| Klasse |
|
| I II III IV V VI VII VIII IX X Xa Xb Xc Xd Xe XI |
Französische Renaissance-Antiqua Barock-Antiqua Klassizistische Antiqua Serifenbetonte Linear-Antiqua Serifenlose Linear-Antiqua Antiqua-Varianten Schreibschriften Handschriftliche Antiqua Gebrochene Schriften a) Gotisch b) Rundgotisch c) Schwabacher d) Fraktur e) Frakturvarianten Fremde Schriften |
diplomatischer Satz
distinktive
grafische Merkmale
Doppelseite
Dot
dpi/DPI
DTP-Software
xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx
xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx
xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx
xxxxxxxxxxxxxxxxxxxx
xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

Einzug (= linker Einzug)
Embossed
En-Dash
Et-Zeichen = &
Expanded
Eye
Catcher
Fahne, Fahnenabzug
Falz
Format
Formensatz (auch: Formsatz)
französische
Renaissance-Antiqua

Garamond, Claude
Gesperrt

Von Sauthoff/Wendt/Willberg (1997, 28f) mit Bezug auf den
Umfang
des Zeichensatzes eines ® Fonts
verwendet, wenn neben ® Versalien,
®
Gemeinen
(nebst den gewöhnlichen Akzent- und Sonderzeichen),
®Ziffern
und ®
Interpunktionen
noch weitere ® Sonderzeichen
(phone-
tische Zeichen, fachspezifische Zeichen, nicht-lateinische
Schrift-
zeichen etc.) existieren wie z.B. bei der Times.
Selbst verwende ich
den Begriff nicht in Bezug auf den
Zeichenumfang, sondern auf
Schriften, die mehrere Schriftsysteme
des griechischen Schriften-
kreises betreffen und über gemeinsame
®
periphere
grafische Merkmale
verfügen – Schriften also, die sowohl als
lateinischer, kyrillischer und
griechischer Font vorliegen. Solche
Schriften müssten prinzipiell in
der ®
Schriftklassifikation parallel eingeordnet werden, nicht aber
mit
arabischen, hebräischen, asiatischen u.a. als ®
„Fremdländische
Schriften“
in einen Topf geworfen werden. ®Schriftfamilie,
®Schriftsippe.
Grundlinie
Gutenberg, Johannes
Halbunziale
Eine Schrift, die als
Teil der ®Corporate
Identity und des ®Corporate
Design
in der schriftlichen Kommunikation und auf den Erzeugnissen
eines
Unternehmens verwendet wird und über einen längeren
Zeitraum
unverändert
bleibt.
Headline
Hinweise für das
Maschinenschreiben
Imprimatur (lat. es werde
gedruckt)
Informal
Initiale (auch: das
Initial)
Inkunabel (de
Wiegen- oder Erstlingsdruck)
Druckwerke aus der Frühzeit des Buchdrucks bis 1500.
Haupttitel eines Buches, in der Regel auf Seite 3 nach dem
®Schmutztitel (Seite 1). Ggs. Außentitel auf dem Umschlag oder
Buchdeckel.
„internationale Anführungszeichen“
Interpunktionen,
Interpunktionszeichen
inverse Schriftdarstellung
Italic

ITC
® Groteskschriften wie die Gill (Eric Gill, 1928), die Frutiger (Adrian
Frutiger, 1976) und die FF Meta (Erik Spiekermann, 1991), die nach
dem ® humanistischen Formprinzip (Renaissance-Antiqua) gestaltet
wurden; bei passender Thematik gut lesbare ® Mengensatzschriften.
Kegel
Klassifikation der
Druckschriften
kritische
Buchstabenverbindung (eigentl.:
Buchstabenbegegnung)
kursiv (engl.
italic)
langes s, Lang-s (= s
)
![]()
Ausgabegeräte mit hoher ®dpi-Dichte (2400 dpi).
Lasersatz
®Fließtext, Bodytext, ®Mengensatz/-text, Glatter Satz.
Legende

Letterformat
[Eintrag folgt] vgl. ®Fotosatz
Lichtsatz, Lichtsatztechnik (CRT-Satz)
Ligatur (de Verbundbuchstabe)
Linien
Linie
halten
Logotypen
Majuskel (lat. maiusculus = etwas
größer)
Marginalie (de
„Randbemerkung“)
® Brotschriften
Im ®Bleisatz: Setzer, der für den ®Umbruch eines Werks (Buchs),
einer Zeitung oder einer Zeitschrift zuständig ist.
Narrow
- Reduzierung des ®Zeilenabstandes unter den ®Schriftkegel bzw.
den ®Schriftgrad bei Textelementen in ®Schaugrößen (z.B. mehrzeilige
Titel oder Überschriften), um ein geschlossenes Schriftbild zu erhalten.
Beispiel: Der Zeilenabstand bei einem dreizeiligen Titel in der Schrift-
größe 28 p wird auf 26 p festgelegt.
News
NLQ
(= Near Letter Quality)
Normalziffern (Versalziffern,
Tabellenziffern)
Old style, Oldstyle
[Eintrag folgt]
optischer Anker (engl.
cue)
®Kerning.
Pica-Point (= Point,
pt)
Pixel
Point (abgekürzt: pt)
Portrait
professionelle
typografische Gestaltung
[Eintrag folgt]
Ggs. ® Laientypografie,
®
Kulturtechnik
Typografie,
® typografisches
Schreiben
Punkt,
typografischer
Im ®Bleisatz: ®Blindmaterial in der Form von flachen Rechtecken,
die zu allen Schriftgraden bis Doppelmittel (28 p) in unterschiedlichen
Breiten (2, 2½, 3 und 4 ®Cicero) hergestellt wurden und haupt-
sächlich zum Füllen der Ausgangszeilen (vgl. ®Ausschließen), aber
bei Zeilenlängen über 20 Cicero auch zur Verlängerung des Durch-
schusses verwendet wurden, indem von Zeile zu Zeile Regletten und
Quadrate untereinander „verschränkt“ wurden, damit der Satz Halt
bekam; Ggs. ®Regletten.
Querformat (engl.
landscape)
(optischer R.)
Random-Fonts
Rasterfeld, Rastersystem
Regletten (Längendurchschuß)
Im ®Bleisatz:
dünne Bleistreifen in der Stärke von 1, 2, 3, 4, 6 und
12 Punkt,
die in unterschiedlichen, genormten Längen (6, 8, 10, 12, 16
und 20
Cicero) vorhanden waren und zum Durchschießen (®Durch-
schuß)
des Schriftsatzes verwendet wurden; Ggs. ®Quadraten.
Vgl.
®Zeilenabstand.
Richtlinien für den
Schriftsatz

Rounded
—
Sans, Sans Serif
Satzart (auch:
Satzanordnung)
satzreif
Schattenschrift
(engl. ®Shaded,
Shadow)
Reliefartig wirkende Schrift, d.h. eine Schrift, die wirkt, als ob sie
einen Körperschatten hätte, z.B. dieVineta BT
Im Druckgewerbe: eine besonders eilige Arbeit.
Schreib- und Gestaltungsregeln
für die Textverarbeitung
| Punktzahl | Benennung (alternative Benennung) |
04 05 06 07 08 09 10 12 14 16 20 24 28 32 36 42 48 60 72 84 96 |
Brillant Diamant Perl Nonpareille Kolonel Petit Borgis (Bourgeois) Garmond (Korpus) Cicero Mittel Tertia Text Doppelcicero (Zweicicero) Doppelmittel Kleine Kanon Kanon Grobe Kanon Kleine Missal Grobe Missal Kleine Sabon (Sechscicero) Grobe Sabon (Siebencicero) Achtcicero |
Schrifthöhe
(1)
Im Bleisatz die Höhe der Letter vom
Fuß bis zum Buchstabenbild.
Es gab verschiedene Schrifthöhen. Die »Pariser Schrifthöhe«, auch
Normalhöhe genannt, betrug 62 2/3
Didot-Punkte. Die alte
»Leipziger Höhe« hatte 66 Punkte betragen. Noch in den 60er
Jahren gab es 80 bis 100 verschiedene »Haushöhen« in den
europäischen Druckereien. ®Letter
Schrifthöhen (2)
Schriftsetzer (schweizerisch:
Typograph)
Schusterjunge (schweiz.
Waisenkind; engl. orphan (2)

Im grafischen Gewerbe eine
Person, die in der Tradition ®Guten-
bergs
sowohl den Beruf des ®Schriftsetzers
als auch des
Buchdruckers gelernt hatte und somit (vor allem in
Kleinst-
betrieben) doppelt einsetzbar, war. Wie es zum
„Schweizerdegen“
kam ist nicht eindeutig zu erklären.
Möglicherweise bezieht sich der
Ausdruck auf die Schweizer
Landsknechte (Degen = Kämpfer, Held ?),
die für Sold mal diesem,
mal jenem Herrn dienten.
Script
Seitenzahl (auch: ®Kolumnenziffer,
®Pagina)
Serifen (oder Schraffen)
Serifennormale
Antiquaschriften
Setzer
Firmen- oder Markenzeichen, heute meist
®Logo
genannt. Man
unterscheidet:
1. Buchstabensignet aus markant
gestalteten Buchstaben;
2. Bildsignet aus bildhaft verformten
Buchstaben, die die Dienst-
leistungen des Unternehmens erkennen
lassen;
3. Sinnsignet: abstraktes Zeichen, das auf Assoziationen
beim
Betrachter baut. (Luidl 1989, 54f)
Spaltenabstand
(Spaltenzwischenraum)
Im Bleisatz: mitdruckendes
Blindmaterial, das beim Drucken mit ein-
gefärbt wurde und auf dem
Papier einen Abdruck hinterließ. Im DTP
können spießartige Effekte
entstehen, wenn von verschobenen
oder getilgten Grafiken aus
Versehen kleinere Elemente nicht
gelöscht
werden.
Im
®Bleisatz:
hohlgegossene Bleiklötze von 2 bis 4 ®Cicero
Stärke
und 4 bis 20 Cicero Länge, mit denen der Leerraum im Satz
bzw.
in der Druckform ausgefüllt wurde. Im DTP und in der
Laientypografie
dient Steg als Terminus für die
unterschiedlichen Ränder der Druck-
form (z.B. bei Gulbins/Kahrmann
1993, 345: Kopf-, Außen-/Seiten-,
Bund-/Innen- und Fußsteg).
Strenggenommen stammen diese
Bezeichnungen aber aus dem Buchdruck
im Bleisatz, wo die Seiten in
der Druckform durch die
unterschiedlichen Stege (aus Eisen) nach
dem Ausschießen fest
zusammengehalten wurden.
Swash
S K L –
S K L
symmetrische Typografie (axiale
Satzanordnung, Mittelachsengruppierung;
[Eintrag
folgt]
technische Mittelachse
Textgrafik

[Eintrag folgt]
®Zeilenfall xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx
[Eintrag folgt]
® Zeilenfall
xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx
xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx
xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx
xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx
xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx
xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx
xxxxxxxxxxxxxxx
® Letter
Zusammengesetzt aus griech.
typos (Schlag, Spur, Gestalt, Gepräge,
Abdruck) und graphein (zeichnen,
malen, einritzen, graben, schreiben),
heißt also eigentlich:
Schreiben mit Hilfe
(vorgeprägter) Formen.
Der Begriff umfaßt einerseits die
Gesamtheit aller Mittel,
durch die
sprachlicher Text für den Druck visualisiert wird,
andererseits den
visuellen
Gestaltungsprozeß sowie das daraus resultierende Produkt.
Bis in
jüngste Zeit ausschließlich als Fachterminus des
grafischen
Gewerbes bekannt, wurde der Begriff durch Computerfonts und
DTP
popularisiert und überschneidet sich nun z.T. mit ®Layout.
[Eintrag folgt]
Im grafischen Gewerbe benutztes
Maßsystem, für den EG-Raum
im Jahr 1978 offiziell zugunsten des Millimeters
abgeschafft,
de facto und besonders durch die Verbreitung von DTP
weiterhin
im Gebrauch. Die Werte für den typografischen Punkt
sind
nicht einheitlich festgelegt; es gibt als Varianten:
®Didot-Punkt,
®DTP-Punkt,
®Pica-Punkt.
Als T.Sch. bezeichne ich den Einsatz
typografischer Mittel (vor allem
von Schrift) durch Laien zur
Gestaltung eines Textes. Dabei werden
oft handschriftliche Schreibkonventionen auf
den typografischen Text
übertragen und die zur Verfügung stehenden
Möglichkeiten der Soft-
ware mechanisch und unreflektiert
eingesetzt; außerdem fehlt
nicht selten ein gestalterisches
Gesamtkonzept; Vorstufe der
®
Kulturtechnik Typografie; ®Laientypografie.
Im Bleisatz: Einheitsmaß für Schriftgießer,
Schriftsetzer und Buch-
drucker, das 798
typografische Punkte (®Didot-Punkt)
auf 30 cm
anzeigt.
Typosignale
Typografisches Gestaltungsmaterial in
Form von gefüllten oder
konturierten Kreisen, Dreiecken und Quadraten, auch
Pfeile und
Zeigefinger können hinzugezählt werden. Sie dienen als Blickfang
in
Anzeigen, Wurfzetteln und Anschlägen. Im DTP mit
anderen
Zeichen meist in Fontsätzen wie Wingdings, Dingbats,
Bullets,
Ornaments etc. zusammengefaßt.
Maschinenschriftliche Textvorlage (vgl. ®Manuskript),
nach der in
der Setzerei bzw. Druckerei der ®Satz
angefertigt wird.
Umbruchfehler,
Umbruchkrankheit
umsponnene Abbildung (umsponnenes
Klischee)
[Davidshofer/Zerbe 1961,
132f)].
[Davidshofer/Zerbe 1961, 429]
Im ®Bleisatz:
Schriften mit unterschiedlich großem Schriftbild durch
Unterlegen
von dünnen ®Regletten
auf die gleiche Schriftlinie
bringen.
Vakatseite
Venezianische
Renaissance-Antiqua
Ventura
Publisher
Versalhöhe (engl. Body
height)
Vignetten (Vignette = franz.
„Rebranke“)
Villardscher Teilungskanon, Villardsche
Figur

Im ®Werksatz:
Freier Raum über einem Kapitelanfang. Sollte
mit der Rückseite
®Register
halten, d.h. eine volle Zahl von Text-
zeilen umfassen. Nach
dem Vorschlag läßt man den Text am
besten mit einer ®Initiale
beginnen.
Vorschub
Waisenkind (schweiz. für ®Schusterjunge)
Typografisch gestalteter Namenszug oder
erfundenes Wort, das
für ein Produkt steht (Luidl 1989, 54). Heute
meist als ®Logo
bezeichnet;
wesentlicher Teil des ®Corporate
Design; vgl. ®Signet;
®Wortmarke.
Wide
Gerät aus Metall für den ®Handsatz,
bei dem die Zeilenlänge
eingestellt wurde und das das ®Ausschließen
aller Zeilen auf die
gleiche technische Breite ermöglichte
(®Glatter
Satz).
Typografisch markant gestalteter
Namenszug oder Abkürzung des
Unternehmens-, Konzerns- bzw.
Firmennamens (z.B. BRAUN). Heute
meist als ®Logo
bezeichnet. Wesentlicher Teil des
®Corporate
Design;
vgl. ®Signet;
®Warenzeichen.
Wortsilhouette
WYSIWYG
Zeichensatz
Zeile
® Satzbreite, ® Spaltenbreite, ® Zeilenlänge.
Im DTP die Möglichkeit, durch Einstellung eines Musters die Aufein-
anderfolge von kurzen und langen Zeilen so zu bestimmen, daß
ein ®dynamischer Zeilenfalll gewährleistet ist.
oder Zeilenvorschub: Fotosatzterminus für ®Zeilenabstand, gemessen in mm.
Zeitungsschriften
Im Bleisatz
Schriften, die nur für die Herstellung von
Zeitungen
benutzt wurden und durch das Prägen der Matern einer
hohen
Abnutzung unterworfen waren, daher nicht für ®Qualitätssatz
ver-
wendet werden durften;Ggs. ®Akzidenzschriften,
®Werkschriften.
Typografische Schmuckelemente ohne
Symbolgehalt, verwendet als
Einzelstück, zur Leiste gereiht, als Rahmen oder Fläche, um
die
Seite zu gliedern, aufzulockern etc.; vgl. ®Vignette
Die aus dem Arabischen stammenden Ziffern existierten
ursprünglich
in zwei Varianten als
® Mediäval-/Minuskelziffern
und ®Tabellen-/
Versalziffern.
Erstere folgen mit Ober-, Mittel-
und Unterlängen dem
®Vierliniensystem
und wurden im fortlaufenden Text zusammen
mit Kleinbuchstaben benutzt,
letztere sind ebenso groß wie
Versalien
(®Zweiliniensystem)
und sind vor allem zusammen mit diesen oder
für Tabellen
bestimmt.
1) Arbeitstechnik beim Buchdruck vor dem Drucken, bei der
Höhen-
differenzen in der
Druckform ausgeglichen werden und dadurch
ein gleichmäßiges
Druckbild erreicht
wird.
2) Von Luidl verwendet für den fest vorgegebenen,
minimalen Buch-
stabenabstand im ®Bleisatz,
der optimale ®Lesbarkeit
garantiert; im
®Foto-
und ®Computersatz
nennt man den Buchstabenabstand
®Laufweite.
Bei Majuskelschriften (®Versalschrift)
wie der ®Capitalis
grenzen alle
Buchstaben optisch an zwei
imaginäre Linien, sind also gleich hoch
(®Versalhöhe).
Dadurch entsteht ein gleichmäßig
graues Band
ohne typische ®Wortbilder.
Werkstattsprachlicher Ausdruck der Bleisatzära; gemeint ist ein
Buch-
stabe, der aus einer
anderen Schrift stammt (z.B. Garamond-e statt
Times-e); Z.
entstanden durch Nachlässigkeit
beim „Ablegen“ des
®Satzes,
d.h. bei der Rückführung der gesetzten Schriften in
den
Schriftkasten.
Im Bleisatz: durch Einfügen von ®Blindmaterial
festgesetzter Leerraum
zwischen ®Spalten
(oder Satzgruppen); im DTP: ®Spaltenabstand;
sollte
deutlich größer sein als der maximale ®Wortabstand
und der
®Zeilenabstand.