Die
neue Computer-Schreibtechnologie Desktop-Publishing hat wie kaum eine andere
bisher
alte
Berufsbilder
durcheinandergebracht. Durch die Arbeit mit Desktop-Publishing (Computer-Publishing)
übernehmen
auch ÜbersetzerInnen Aufgaben, die traditionell von Angehörigen
des grafischen
Gewerbes
wahrgenommen wurden und kommen so mit den Bereichen Typografie und Layoutgestaltung
internsiver
als je zuvor in Berührung. Da im Gegensatz zu den Behauptungen der
Software-Branche
die Anwendung
eines DTP-Programms noch lange kein professionell gestaltetes Äußeres
des Textes garantiert
(obwohl von Laien in der ersten Euphorie oft dafür gehalten), sondern
häufig mehr oder weniger
das
gewohnte Schreibmaschinenlayout mit einer Vielzahl von Fonts in Proportionalschrift
zur Folge hat, ergibt
sich für ÜbersetzerInnen die Notwendigkeit, sich auch mit visueller
professioneller Textgestaltung zu
befassen.
Dies wird in der Regel meist nur auf autodidaktischem Wege möglich
sein und kommt natürlich
keiner
professionellen Ausbildung gleich, da man sich so zwar Wissen aneignen
kann, nicht aber gestalterische
Fertigkeiten, die auf Schulung des Auges und Bildung des Formgefühls
beruhen. Dennoch
sollten sich
ÜbersetzerInnen eine Art typografischer Grundkompetenz
verschaffen, die es ihnen
ermöglicht, das Werkzeug
DTP sinnvoll einzusetzen und optimal zu nutzen
sowie kulturspezifische
Gestaltungskonventionen zu erkennen
und bei der Herstellung zielkultureller
Druckvorlagen
zu berücksichtigen. Eine Hilfe dazu soll die vorliegende
Literaturliste
bilden.
Bei
den aufgenommenen Titeln handelt es sich um eine sehr subjektive, individuelle
Auswahl von mir
an
der
Peripherie Europas zugänglicher Literatur. Zum Teil habe ich auch
mir bekannte englischsprachige
Titel
aufgenommen, was beim multilingualen Charakter des Übersetzerstandes
kein Problem darstellen
dürfte. Manche
der Titel sind möglicherweise nur noch schwer
oder gar nicht im Buchhandel
erhältlich,
aber es gibt ja genug
Bibliotheken. Und von manchen mögen andererseits
neuere Auflagen existieren,
die mir hier in meinem finnischen
Exil nicht zugänglich waren.
Die
Gruppierung der Titel soll als Orientierungshilfe dienen. Viele der Titel
könnten an mehreren Stellen
aufgeführt
werden, doch würde dies den Umfang der Liste unnötig vergrößern.