Referent:
Jürgen F. Schopp
Universität Tampere
Institut für Translationswissenschaft
FIN-33014 Tampereen yliopisto
E-Mail: trjusc@uta.fi

Übersetzerinnen und Übersetzer sind heute mehrfach mit Typografie 
und Layout konfrontiert. So gehört zur alltäglichen Arbeitspraxis 
der Einsatz von Textverarbeitungsprogrammen und Desktop-Publishing-
Software. Dadurch übernehmen Übersetzerinnen und Übersetzer
Aufgaben, die bisher zum Zuständigkeitsbereich (typo-)grafisch
geschulter Berufe gehörten. Um solche Aufgaben optimal durchführen
zu können, sind Grundkenntnisse in Typografie und Layoutgestaltung
notwendig. Ohne diese Grundkenntnisse gerät die Arbeit mit DTP-
Software leicht zur unreflektierten Anwendung von (amerikanischen)
Vorgaben bzw. zur unbewussten Übernahme von Schreibkonventionen
der Schreibmaschinenära. Damit aber entstehen Texte/Drucksachen, 
die in der Zielkultur fremdartig oder nicht ausreichend professionell 
gestaltet wirken und u.U. das Erreichen des Kommunikationsziels
erschweren oder in Frage stellen. 
Ein zweiter Anwendungsbereich betrifft die Akquise: die Gestaltung 
der typografischen „Geschäftsausstattung“ (Flyer, Briefpapier,
Visitenkarte, Rechnungsformular etc.) des Übersetzungsbüros ist mehr
als Textverarbeitung und setzt ein Mindestmass an typografisch-
gestalterischem Wissen und Können voraus.
Eine zentrale Rolle beim typografischen Gestalten spielt die Schrift,
die heute in einer Vielzahl von Varianten (Fonts) und mit umfang-
reichem Zeichensatz jedermann zur Verfügung steht. Der bewußte
und sensible Umgang mit typografischen Schriften und ihr sinn-
voller Einsatz sowie der orthotypografisch korrekte Gebrauch
einzelner typografischer Zeichen sind Voraussetzung für „Qualitäts-
satz“.
Ziel des Workshops ist, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unabhängig
von spezifischen DTP-Softwareprogrammen mit typografischen Grund-
begriffen und Gestaltungsprinzipien, insbesondere des Einsatzes
typografischer Schrift, vertraut zu machen und ihnen einen Einblick in die 
professionelle Textgestaltung und den Stellenwert von Typografie und 
Layoutgestaltung beim Übersetzen zu vermitteln. 
Diese Kenntnisse sollen helfen, kulturspezifische Probleme bei der
Layoutgestaltung zu erkennen und mit Hilfe von  DTP die Übersetzung
entsprechend den typografischen Konventionen der Zielkultur als 
Druckvorlage („druckfertige Übersetzung“) anfertigen zu können 
sowie bei der Herstellung typografischer Erzeugnisse für den Eigen-
bedarf mitwirken zu können (bereits vorhandenes Material kann
im Rahmen der Übungen demonstriert und diskutiert werden).




Freitag, 24. 11.


13.30 Eröffnung des Workshops und Begrüßung der Teilnehmer

14.00           1. Infopaket
                    Typografie, Layout und DTP – was ÜbersetzerInnen
                    darüber wissen sollten

15.30       Tee-/Kaffeepause
 

15.45       2. Infopaket
                Die Schrift – typografisches Gestaltungsmittel par excellence

17.15        3. Infopaket
                 Schriftanatomie 19.00         Gemütlicher Altstadtabend



Samstag, 25. 11.


8.00            Frühstück (nur für Übernachtungsgäste)

9.00            4. Infopaket
                   Schrift national und international

9.45            5. Infopaket
                   6000 Fonts – wozu all die schönen Schriften? 10.30         Tee-/Kaffeepause
 

10.45         6. Infopaket
                  Typografische Gestaltungsmittel in Interaktion:
                  Faktoren der Lesbarkeit

12.30        Mittagessen
 
 
 
13.30
      Besuch im Gutenbergmuseum 
      (Treffpunkt vor dem Museum)

15.30       7. Infopaket
                Was sonst noch zu sagen ist …

17.00        Tee-/Kaffeepause
 

17.15       8. In eigener Sache
                Die übersetzerische »Geschäftsausstattung«

  • Das »private« Corporate Design
  • Briefpapier, Visitenkarte, Rechnung, Flyer
  • Logo – Do it yourself?

  • Übung: Diskussion und/oder Anleitung zur Gestaltung

  •  

     

    19.00        Abschluß des Workshops



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